Mittwoch, 28. Oktober 2009

Pro Sieben als PayTV?

So, so, ProSieben will sich vom Werbemarkt abkoppeln und ins PayTV migrieren. Ich denke mal nach den Printmedien sehen wir hier den mittelfristigen Niedergang des nächsten Mediums. Liebe Fernsehmenschen, warum sollte ich für etwas bezahlen, was ich Monate zuvor schon auf DVD beziehen kann? Bis bei euch mal ein "Top-Movie" läuft wird der schon längst für einen kleinen Euro bei Schlecker auf dem Wühltisch verrammscht. Ach ja, und gute Serien setzt ihr ja wie im Fall von "Empire" auch mal gerne nach der halben Staffel ab und füllt den Sendeplatz durch die x-te Wiederholung der Werner-Filme. Was bleibt: Prekariatsbespaßung ala "U21", diverse Sonja Krauß Shows und "We are Familiy". Und bei der Zielgruppe habe ich meine argen Zweifel, ob dort das nötige freie Einkommen für Pay-TV vorhanden ist.
Auf der anderen Seite fände ich es natürlich spitze, wenn wir das gesamte Fernsehen grundverschlüsseln. Dann könnten wir morgen die GEZ dichtmachen, denn wer sich das Volksmutantenstadl und ähnliche öffentliche-rechtliche "Bildungsaufträge" antun möchte muss sich einfach eine Entschlüsselungskarte kaufen. Und der Rest der mündigen Verbraucherkarawane zieht derweil weiter ins Internet und den DVD-Shop. Deshalb: Ja zur Verschlüsselung, ja zur stufenweisen Abwicklung des Fernsehens. Es sei den irgendjemand kommt noch auf die Idee, RTL2 sei systemrelevant ;-)

Montag, 26. Oktober 2009

Suitbert-Treff

An dieser Stelle mal ein Hinweis auf den WAZ-Artikel über das Ehepaar Weber, dass ehrenamtlich den Suitbert-Treff in Vonderort betreibt. Ich finde die beiden toll, ganz ohne großen ökonomischen Hintergedanken einfach einen Treffpunkt zu betreiben um den Stadtteil auszuwerten. In gewisser Weise aber auch typisch Vonderort, wo sich erheblich mehr Bürger in den diversen Vereinen engagieren um ein paar Mal im Jahr was schönes für alle Vonderorter auf die Beine zu stellen, sei es Schulfest, Dämmerschoppen oder Schützenfest.
Am 13.11. ab 17 Uhr ist es wieder soweit, dann steht wieder der große Vonderorter St. Martinszug unter Regie der Arbeitsgemeinschaft Vonderorter Vereine (AVV) an. Startpunkt ist wie immer um 17 Uhr der Schulhof mit dem Martinsspiel der Grundschüler. Danach geht es durch den Stadtteil zum Sportplatz, wo am Feuer die Martinsgeschichte samt Pferd und Mantelteilung auf dem Programm stehen. Für das leibliche Wohl mit Glühwein, Brezeln und Grillwurst ist natürlich auch wieder gesorgt.
Ich hoffe man sieht sich.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Die bösen Killerspiele. Oder: Der Trend zur einfachen Antwort

In Stuttgart sammelt ein Aktionsbündnis zurzeit "Killerspiele" in einem großen Container um sie somit zu entsorgen und aus der Gesellschaft zu entfernen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich als Aktionsgruppe IMMER auch nur ansatzweise Analogien zu Bücherverbrennungen und ähnlichen autoritären Machtdemonstrationen tunlichst vermeiden sollte habe ich damit ganz persönlich auch andere Probleme.

Bei allen Leid und Schmerz, was die Angehörigen von Amoklaufopfern verspüren mögen, mit dem einfachen Kausalzusammenhang Killerspiel = Amoklauf macht es sich die Gesellschaft zu einfach. Einschlägige Aktionsgruppen und medienpräsente ZDF-Kriminalexperten liegen damit aber voll im Trend, denn der Hang zur Entkomplexisierung der modernen Welt findet sich in allen Bereichen. An der gescheiterten Integrationspolitik sind natürlich allein die dummen Ausländer schuld, die ja nur kleine Kopftuchmädchen produzieren, wie uns Sarrazin die Tage verkündete. An der Kostenexplosion im Gesundheitssystem sind ja nur die nichtsnutzigen Patienten schuld, warum wir ihnen eine Praxisgebühr aufbrummen, damit sie ja nicht so häufig zum Arzt laufen. An der "Verwahrlosung" der Jugend sind RTL2 und Alcopos schuld. Die Internetsurfer sind alle potentiell pädokriminell und anderweitig gefährliche Raubmordkopiererterroristen, deshalb brauchen wir Stoppschilder, Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchungen.

All dies sind nur einige kleine Beispiele dafür, dass der Trend zum kurzfristigen Denken allenthalben weit verbreitet ist. Statt die Wurzel eines Problems im öffentlichen Diskurs "auszugraben" und darauf mit mittel- und langfristigen Lösungsstrategien zu reagieren dominiert heute die Kurzschlussreaktion die Tagespolitik. Auf der einen Seite ist dies mit Sicherheit mit dem höheren Mediendruck zu erklären und besonders den Empörungsstrategien, die von den Verlagskonzernen auf der Suche nach der nächsten Eskalationsstufe gefahren wird. Auf der anderen Seite lässt sich die Schuld auch beim weit verbreiteten Politikertypus suchen, der nach einem Maximum an Unverfänglichkeit strebt. Bloß nicht für etwas einstehen, bloß nicht sagen müssen, hier stehe ich, ich kann nicht anders. Könnte ja meine Wiederwahl gefährden. Beides, Medien und rein gesinnungsethische Politiker, schaukeln sich in diesem Spiel immer weiter auf. Keiner wagt den Kopf aus der Deckung, er könnte ihm ja von der BILD weggeschossen werden.

Medien und weite Teile der Politik haben in diesem Unheiligen Bündnis eine erfolgreiche Exitstrategie gefunden. Und hier schließt sich der Kreis, denn nichts ist einfacher als Probleme zu verkürzen und sie unpopulären Randgruppen in die Schuhe zu schieben. Der Politiker erscheint trotz Unverfänglichkeit aktionsfähig und "Tut mal endlich was", und die Springerpresse kann genussvoll das nächste "Gesocks" öffentlich zum Richtblock führen.

Was können wir dagegen tun? Die erste und beste Maßnahme dürfte es sein, hin und wieder mal den Kopf einzuschalten. Nicht alles unbesehen glauben, was einem Presse, Teile der Politik, das Lehrpersonal in Schule und Universität oder der Pfarrer auf der Kanzel sagt. Nachdenken, ist das wirklich ein logischer Kausalzusammenhang? Oder machen ich es mir damit vielleicht nicht etwas zu bequem, denn Verkürzungen, und da müssen wir selbstkritisch sein, machen uns selber ja auch bewusst oder unbewusst das Leben leichter. Dazu gehört auch mal kritisch zu hinterfragen, welche versteckte Intention hinter einer Aussage steht und wer davon profitieren könnte. Im nächsten Schritt auch mal Nein sagen, wenn im persönlichen Umfeld mal wieder der Stammtischmob regiert. Dazu gehört es sich zu informieren und dagegen zu argumentieren, auch wenn man sich damit nicht immer beliebt macht. Im dritten Schritt selber aktiv werden, sei es ein eigenes Aktionsbündnis zu gründen, in eine Partei eintreten oder selber "Öffentlichkeit machen" und einen Blog zu starten. Wir können es uns in Zukunft nicht mehr leisten über die bestehenden Zustände zu mosern, wir müssen danach trachten sie aktiv zu ändern. Und im letzten Schritt Mut zur Utopie, zum langfristigen Denken. Was läuft gut, was läuft schlecht und wie können wir es auf lange Sicht besser machen. Und diese Ideen im Diskurs weiterentwickeln; dabei aber auch das eigene Bild der Wirklichkeit und die Idee kritisch an der Realität messen und selber offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge sein.
Die Geschichte ist nicht zu Ende, sie beginnt erst jetzt.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Spam in Social Networks

Erhielt gerade auf Facebook eine Freundschaftsanfrage von einem gewissen Theo P. und hab den erstmal gegoogelt. Es ist schon erstaunlich, mit welchem Elan manche Menschen Social Networks zugunsten irgendwelcher obskurer Vereine (Zu Unrecht eingesperrt in der Psychatrie, Opfer unbekannter Verbrechen, vom Ufo entführt etc pp) zuspammen. Wenn die mal diese Energie für was konstruktives einsetzen würden. Aber gut, die Frage stelle ich mir auch bei 2/3 der Nutzer im DerWesten.de Forum ;-)